Der Stachel des zweiten Spieltags saß noch tief bei Blau-Weiß. Gegen OSF hatte es in der Hinrunde am zweiten Spieltag eine sehr unangenehme Niederlage gesetzt und auch die Zuschauer hatten damals dezent über das Ziel hinausgeschossen.

Die Männer um Basti Viehstädt setzten auf volle Wiedergutmachung in der eigenen Halle und wollten zeigen, dass sie an der Niederlage gewachsen sind. Mit diesem Willen startete man auch in die Begegnung. Angetrieben von einer starken Abwehr sollte die Grundlage für ein Sieg bereitet werden.

Zu Beginn sah man das Engagement unserer Mannen, aber auch einiges an Fehlern und grenzwertigem Deckungsverhalten. So konnte der Rückraum von OSF sich zu leicht mit einem einfachen Überzieher durchsetzen und nach nicht einmal 9 Minuten wurden schon 2×2 Minuten an unsere Abwehr verteilt. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:4 für OSF.
Aber als wenn die Zeitstrafen den Knoten gelöst hätten, setzte Blau-Weiß zu einem enorm starken Lauf hin. Das Spiel wurde komplett dominiert und man führte 10 Minuten nach der doppelten Zeitstrafe mit 11:6. Man hatte sich mit einem enorm hohen Einsatz in die Begegnung gearbeitet und erntete nun die Früchte.

Doch auf die starken 10 Minuten in der ersten Halbzeit folgten auch wieder unkonzentrierte Phasen mit leichten Ballverlusten und überhastetem Offensiveverhalten. OSF kam wieder ran und es ging „nur“ mit einem 14:12 für Blau-Weiß in die Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit wurde die Entwicklung der Mannschaft im Vergleich zum Beginn der Saison deutlich. Von dem verloren gegangenen 5-Tore-Vorsprung ließ man sich nicht beirren und konzentrierte sich auf die eigenen Stärken. Es war trotz des ein oder anderen Wechsels kein mentales Tief oder ein wirklicher Einbruch erkennbar. Angeführt von einem überragenden Schewetzky an diesem Tage und einer beherzten Abwehr gestaltete man ein erfolgreiches Spiel. Hinten wurden Bälle erobert und anschließend konnte, meist aus dem Rückraum, erfolgreich abgeschlossen werden. Es war ein packender Handballfight bei dem sich die beiden Mannschaften nichts schenkten und es lange unentschieden stand, sich Blau-Weiß einen Vorsprung erarbeitet hat und anschließend wieder den Ausgleich kassierte. Als man sich allerdings in der 52. Minute endlich wieder mit zwei Toren absetzen konnte, kam OSF nicht mehr zu einem unentschieden. Die Männer aus Tempelhof gingen in jeden Zweikampf hart und bestimmt rein, sodass ganz klar war, wer als Sieger vom Platz gehen konnte.

Am Ende stand ein 28:27 Sieg zu Buche, den sich die Mannschaft mehr als verdient hatte.

War somit alles gut und man hat perfekt gespielt? Nein, das sicherlich nicht. Es wurden gerade im Angriff einige Bälle weggeworfen, unnötige Zeitstrafen wurden kassiert und der ein oder andere Abschluss muss sicherer genutzt werden. Dabei konnte man sich immer wieder auch bei entscheidenden Petersen-Paraden bedanken. Dennoch war eine geschlossene Mannschaftsleistung erkennbar und der Siegesglaube/-wille überwog. Genau diese Einstellung hatte man dem Gegner voraus und an diese Einstellung kann angeknüpft werden.

Petersen, Tieße, Rückwart (2), Jobs (1), Quente (4), K.-A. Rohrbeck, Stark (2), Schewetzky (13), F.-E. Rohrbeck (1), Dag, Kern, Büttner (2), Tellner (3)