Am Samstag trafen die letzten beiden verlustpunktfreien Teams der Kreisliga B aufeinander. Die Gäste vom BTV IV hatten bereits ein Spiel mehr absolviert und gingen somit als Tabellenführer in den Vergleich. Im weitestgehend spielfreien Oktober lichtete sich unser Lazarett zunehmend. Mit Matthi Eule und René Erdmann hatten wir zwei Kräfte auf dem Protokoll, die in der laufenden Saison noch nicht in den Spielbetrieb eingreifen konnten. Hinzu kamen die Sportfreunde Thieße, Müller und Heinks aus der Trainingsgruppe eins.

Viertes Spiel, drittes Deckungssystem. Was man dem Team derzeit nicht vorwerfen kann, ist mangelnde Geduld mit den Ideen der Trainergilde. Die Kreuzberger liefen mit einer im Schnitt etwa 15 Jahre älteren Band auf und waren mit der vorhandenen Erfahrung darauf bedacht, die Angriffe lang und erfolgreich vorzutragen. Das gelang zunächst – zu unserem Ärger – auch sehr gut. Unser Defensivverbund scheute oft den letzten Schritt nach vorne, was vor dem Hintergrund unserer unterirdischen Blockabsprache fatal war. Die eigenen Ballbesitzphasen sahen dagegen schon gefälliger aus und führten regelmäßig zur Auffüllung unseres Torekontos. 2:2; 7:7; 9:9, beim Stand von 11:9 aus unserer Sicht nahmen die Gäste ihre erste Auszeit, die uns letztlich besser tun sollte als ihnen. Vor allem die Steigerung auf der Torhüterposition sowie die Erhöhung des Tempos im Gegenstoßspiel stellte bis zur Pause auf 20:12. Vor dem Hintergrund, dass wir es hier mit einem Gegner zu tun hatten, der mindestens eine Liga höher gehört, waren die zweiten 15 Minuten sicher die bisher beste Saisonleistung.

Wer gehofft hatte, dass beide Mannschaften an das durchaus ordentliche Niveau der ersten Halbzeit anschließen würden, wurde leider enttäuscht. Mit Wiederanpfiff mutete die ganze Veranstaltung eher wie ein Kongress für Qualitätsmanagement im Schiedsrichterwesen an. Jeder aber wirklich jeder Pfiff der beiden Unparteiischen wurde von irgendeinem Akteur einer der beiden Teams mit Unmutsbekundungen kommentiert. So ein Käse darf uns nicht passieren. Während die Deckungsleistung der ersten 30 Minuten konserviert werden konnte, reichte die Luft vor lauter Gezeter vor des Gegners Tor scheinbar nicht mehr, um das Runde in das Eckige zu befördern. Trauriger Höhepunkt dieses Schauermärchens: die lediglich zwei geworfenen Tore, die wir ab Minute 50 noch auf das Scoreboard brachten.

Schlussendlich stand ein über weite Strecken ungefährdeter 31:20 Sieg zu Buche, der uns die Tabellenführung beschert. Die soll nun auch nicht mehr hergegeben werden. Bis Weihnachten sind in der Kreisliga B noch weitere 8 Punkte für uns zu vergeben.