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Sensation perfekt!!!!!

Große Ereignisse, werfen große Schatten voraus. Gegen die hochfavorisierten M2/AH gelang der 1. Männermannschaft der Coup der Spielzeit. Mit 25:24 konnte die überqualifizierte und mit Superstars gespickte Truppe niedergerungen werden. Der Favorit muss sich nun, zu Recht, die Frage stellen ob er nicht zu leichtsinnig an den Vergleich heran gegangen war. Zugegeben, die Aufstellung von lediglich 6 Feldspielern war eine mutige Entscheidung. Doch die Qualität dieser hätte problemlos ausreichen müssen, besonders da man auch den konditionellen Vorteil noch auf seiner Seite wusste. So wurde mit Nils, Holger, Lars, Denny, Albe, Seppo und Sven auf eine vollständige 7 verzichtet die problemlos in jeder Bundesligatruppe die Startformation bilden könnte. In Anbetracht der langen Saison muss man da die Entscheidung über die Rotation von Coach Witt auch verstehen. Um die Chancengleichheit weiter zu Erhöhen verzichtete die M2/AH auch noch auf alle Heimrechte und ließ den Gegner in gewohnter Farbe und mit selbst gewählten Spielbällen agieren.

Natürlich ist es anders:
Dank der Teilnahme von Arne konnten wir überhaupt eine volle Aufstellung auf die Platte bringen. Der Gameplan stand und wurde 58 Minuten präzise ausgeführt. Pünktlich eine viertel Stunde vor Anpfiff begaben sich alle älteren Mitstreiter zu Erwärmung in die Turnhalle. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 14 motivierte Verbandsligisten auf Betriebstemperatur.
=> Faktor 1: Den Gegner zu selbstbewusst machen und an die Grenze der Überheblichkeit treiben.

Gegen die Junge Startformation der M1 fanden wir zu Beginn nicht den absolut gewünschten Zugriff in der Abwehr. Da waren die Jungs dann doch etwas schneller auf den Beinen und wir benötigten einige Minuten die Linie der Spielleitung zu erkennen und die Deckungsarbeit einige cm weiter vom Kreis zu verlegen. Der enstandene Rückstand von zwei Treffern sollte der höchste im gesamten Spielverlauf bleiben. Vorallem weil es gelang immer recht schnell in die Abwehrformation zu kommen und so die Konter bis zu 3. Welle zu unterbinden und die M1 ihre Tore im Positionsangriff erarbeiten musste.
=> Faktor 2: Schneller Rückzug und Konterunterbindung, Steigerung der Positionsdeckung mit Doppelung gegen die schnelleren Rückraumspieler.

So wie es hinten häufiger gelang den Schnelligkeitsnachteil durch gemeinsames Arbeiten aus zu gleichen wurde im Angriff der daraus resultierende Gewichtsvorteil gegen die leichteren Spieler eingesetzt um sich durchzusetzen und eigene Treffe zu erzielen. Die Angriffe wurde mit angemessener Geschwindigkeit vorgetragen um dann eine kurze Auftaktbewegung ins Abräumen nach außen oder in die 1:1 Situation zu bringen. Mit einer ordentlichen Angriffsquote und guten Würfen wurden daraus die notwendigen Tore erzielt und bei Minute 20 auf eine 3 Toreführung ausgebaut.
=> Faktor 3: Junge Spieler wollen immer den Ball, manchmal auch zu sehr. Lange Angriffe führen zu Lücken und sichere Ballvorträge verhindern Konter und sparen Kraft.

Bei der erwähnten drei Toreführung regierte Hotte dann und brachte ein Veränderung im Tor, sowie die etwas erfahreneren Kräfte um Böttcher, Reichwald (die beiden kennen aus ihrer OSF Zeit noch die Situation von „do or die“ Spielen im Pokal gegen uns!!!!) und Jobs. Diese reduzierten den Rückstand zur Halbzeit auf einen Treffer.

Halbzeit: Wer dachte es wird ein Freundschaftsspiel sah sich hier definitiv eines besseren beleehrt. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln hatte die M2/AH eine sehr ordentliche 1. Hälfte aufs Parkett gelegt. Auch wer dachte es gäbe eine „Stallordnung“ wurde in der Halbzeit zurecht gewiesen. Wer im Pokal was erreichen möchte muss sich das auch verdienen.
Wichtig: Gameplan weiter befolgen!!!

Die zweite Halbzeit beginnt die M1 mit der Aufstellung von vor der Halbzeit. Jetzt wollen Sie es also drehen und entscheiden. Es beginnt auch die intensivste Phase des Spiels. 9 Zeitstrafen bis zur 50 Minute sprechen da Bände und beide Mannschaften sind bereit mal den (das Wort gefiel mir damals im Spielbericht von Potsdam so gut, dass ich es hier auch mal anbringen muss) BudspencergedächtnisklopperderWoche an zu bringen. Auch ein Zeichen, dass eine vereinsinterne Partie doch mit einer angemessenen Härte geführt werden kann. Das Ergebnis schwankt wirklich bis zur 58 Minute zwischen +1 0 -1 hin und her.
=> Faktor 4: Das Spiel lange offen halten und genießen wie der Gegener ins Schwitzen gerät.

Passt. Fehlpass. Schrittfehler, Stürmerfoul. Alles indizien für eine gewisse Nervosität. Auch von der Bank sind Zeichen dieser zu erkennen und man stellt die Abwehr tatsächlich auf eine doppelte Manndeckung um. Ausgerechnet in den letzten beiden Angriffen leisteten wir uns dann die Fehler die wir vorher vermeiden konnten und erlauben der M1 den einzigen 1:0 Kontertreffer der Partie zum Endstand von 25:24. Ob es fehlende Kraft oder die fehlende Möglichkeit zur Reaktion auf die neue Abwehrsituation war, sei dahin gestellt. Es war für uns ein sehr amüsanter Handballabend und wir freuen, dass wir anscheind doch den Sport noch nicht vollständig verlernt haben.

Wie es üblich und gewünscht ist gaben natürlich alle beteiligten nach dem Spiel ein eigenes Fazit ab:

M1: Haben wir schön den Lutscher hingehalten und dann weggezogen und selber geschleckt. Leute: Den Spruch haben wir über Jahre geprägt. Ist aber ein Denkfehler. Wenn man den Lutscher hinhält muss man den nach spätestens 45 Minuten wegziehen. Eine Entscheidung in der 58 Minute nennt sich „Körner sparen“ und findet nur im Final4 Anwendung. Und zweitens: Wenn ihr den bringt, dann darf man vorher den Angstschweiß nicht riechen. 😉

M2/AH: Wir wollten ja nur zeigen, dass wir könnten wenn wir wöllten. Geben jedoch zu, dass schon eine gewisse Erschöpfung eingesetzt hatte und wir die Verlängerung bestimmt nicht überstanden hätten.