Dieses Wochenende ging es für uns in der OSL weiter mit einem Berlin-Derby, sodass uns diesmal die S-Bahn statt der Regionalbahn ausreichte. Ob der schwierigen Witterungsbedingungen trafen wir uns früh genug, um mit dem immer noch krankheits- und verletzungsbedingt dezimierten Kader einen gemein-samen Spaziergang durch die vorweihnachtlich verschneiten Ländereien im Norden Berlins zu unternehmen. So fehlten uns Luki, Lukas, Freddy und Niki (allen eine gute Besserung!), außerdem konnten wir dieses Mal nicht auf unsere Zwote zurückgreifen. Mit einem hinterherreisenden Tommi konnten wir immerhin 10 Leute aufbieten – wenigstens etwas weniger Wechselarbeit für die Trainer.

Nach einem hart umkämpften 4-Tore-Sieg im Hinspiel erwarteten wir nun auswärts einen noch größeren Kampf und ein noch schwereres Spiel.

Und tatsächlich: der Blitzstart vom Hinspiel, das zur Halbzeit mit +8 für uns startete, konnte – wenig überraschend – nicht wiederholt werden. Stattdessen mussten wir für jedes Tor hart arbeiten und auch in der Abwehr lief noch nicht alles rund: Hermsdorf kam über die schnelle Mitte und zweite Welle immer wieder zum Torerfolg; was eigentlich unsere Spezialität sein sollte. Absprachefehler und zu lässig geführte 1-1-Situation führten weiterhin zu unnötigen Gegentoren, sodass wir zwischenzeitlich einem 3-Tore-Rückstand hinterherliefen (8:5, ’13).

Beim 10:7 nur drei Minuten später nahmen wir dann unsere Auszeit, um ein paar Kurskorrekturen vorzunehmen.

Offenbar waren diese Korrekturen genau das richtige Mittel; so glichen wir das erste Mal in der 17. Minute zum 11:11 aus. Hier trumpfte nun Vincent, unser begnadeter Beidhänder, groß auf und erzielte innerhalb weniger Minuten 4 Tore, gemeinsam kämpften wir uns dann zurück auf die Siegerstraße; Halbzeitstand 17:18 für Blau-Weiß.

Für Durchgang zwei gab es nun ein paar simple Aufgaben: Keine Angst vor niemanden, in der Abwehr die berühmte Schippe drauflegen und endlich unsere Stärken aus der 2. Welle zur Geltung bringen, dazu beim Abschluss etwas länger schauen.

Und das taten wir auch!

Über eine nun weitaus konzentriertere Abwehrleistung kamen wir zu vielen Ballgewinnen, über die wir, wie schon die ganze Saison über, zu vielen schnellen und einfachen Toren kamen. Besonders Daniel war hier wieder der wichtigste Verwerter der Großchancen, meist eingeleitet durch das überragende Tempo unseres Kapitäns Kilian, dass in dieser Liga noch Seinesgleichen sucht. Auch bei den Siebenmetern ging der Capitano voran und traf 5 Stück, am Ende standen im Spielbericht starke 10 Tore für ihn zu Buche.
Dazu bekamen wir den entscheidenden Mann der Hermsdorfer durch eine engere geführte Abwehr besser in den Griff, hier leistete mal wieder Leo ganze Arbeit (wir sind es ja schon gewohnt; dennoch sind 5 direkte Steals aus der Ballführung mal wieder ein entscheidender Faktor).

In Minute 40 hatten wir uns einen 6-Tore-Vorsprung erarbeitet (19:25), woran nun auch Konni mit einigen starken Paraden einen immer größer werdenden Anteil hatte. Kurzum: es lief wie am Schnürchen. In dieser entscheidenden Phase des Spiels, die wir ganz klar für uns entscheiden konnten, spielte sich vor allem Tommi (am Ende 7 Tore) in den Fokus und ging mit mehreren sehenswerten Treffern aus dem Rückraum und übers 1-1 voran und avancierte zum Matchwinner (auch wenn es wieder eine unglaublich geschlossene, starke Mannschaftsleistung war!).

Trotzdem hörten die Blau-Weißen nicht auf Handball zu spielen, ganz im Gegenteil: auch im Positions-angriff spielten wir äußerst ansehnlich die Kirsche Richtung gegnerisches Tor und kamen immer wieder zu wunderschön herausgespielten Toren. Die Hausherren fanden weiterhin kein Mittel gegen unseren starken Rückraum und insbesondere Leo, Kili und Tommi spielten sie teilweise schwindelig und trafen nahezu nach Belieben.

12 Minuten vor Schluss führten wir dann das erste Mal mit 10 Toren (23:33), der Kampfgeist der Hermsdorfer ließ nun merklich nach und auch wir schalteten einen Gang runter, das schnelle Tempospiel und die kompromisslose Deckung forderten beim kleinen Kader mit nur punktuellen Wechsel-möglichkeiten nun auch ihren Tribut. Dennoch hielten wir die Spannung und die Konzentration bis zum Ende oben, das Hinspiel lehrte uns, die Hermsdorfer Jungs bis zum Abpfiff nicht zu unterschätzen.
Die befürchtete Gegenoffensive blieb allerdings aus und beim Stand von 30:40 fünf Minuten vor dem Ende war der „Drops“ dann endgültig gelutscht.

Endstand: 32:43

Wenn auch vorher so nicht erwartet, wird dieses Ergebnis dem Spielverlauf absolut gerecht und ist verdient. Diese Liga bleibt eine Wundertüte, gerade in der Tabellenmitte tummeln sich weiterhin die Mannschaften, die sich alle gegenseitig schlagen, es wird spannend bleiben.

Wir haben nun ein Wochenende spielfrei, es geht weiter mit dem Kracher gegen Plau in der heimischen Kolonne am 17.12., wo die unsportlichen Szenen und das für uns unglückliche Unentschieden aus dem Hinspiel vergessen gemacht werden sollen um dann entspannt in die Feiertage gehen zu können.

Konni & Hendrik im Tor, Daniel (3), Leo (6), Kilian (10), Tommi (7), Vincent (7), Bela (4), Emil (1), Basti (5)