Am fünften Heimspieltag der Saison stand uns dieses Wochenende eine starke Mannschaft aus Tegel gegenüber. Als ungeschlagene Mannschaft in der Heimhalle wollten unsere Männer auch hier weitere 2 Punkte holen und das erste Adventswochenende gebührend einläuten.
Nach einem ruhigen Start in den ersten Minuten von beiden Seiten, ging nach 90 Sekunden das Spiel erst richtig los. Nach einem ständigen Hin und Her, ohne, dass sich eine der Seiten absetzen konnte, nahm das Spiel mit vielen Zeitstrafen in der 23ten Minute beim Stand von 14:13 an Fahrt auf. Unsere Männer in Blau-Weiß erzielten ein Tor nach dem anderen und mit besonders guter Abwehrleistung setzte sich unsere Truppe zur Halbzeit mit 20:16 ab. Jeder Fehler der Gäste konnte ausgenutzt und in einem eigenen Angriff erfolgreich abgeschlossen werden. Unsere Mannschaft hatte das allzeit berühmte Momentum auf ihrer Seite und spielte sich kurzzeitig in einen kleinen Rausch. Dennoch war das Spiel in der ersten Halbzeit von einigen Unkonzentriertheiten geprägt und gerade in der Abwehr konnten Einzelaktionen nur schwer verteidigt werden.

Die positive Stimmung aus dem Ende der ersten Halbzeit konnte nicht über die Pause gebracht werden. Blau-Weiß rutschte in leider altbekannte Fehler ab und hat sich immer wieder sehr einfach auskontern lassen. Dadurch schaffte es Tegel in nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff das 22:21 zu erzielen. Zugutehalten musste man der Tempelhofer Mannschaft in dieser Spielphase das Wiederaufflammen des eigenen Kampfgeistes. Angeführt von dem, in diesem Spiel sehr treffsicheren, Schewetzky arbeitete man sich Stück für Stück in das Spiel zurück. Die Unkonzentriertheiten wurden anschließend immer mehr abgestellt und durch gelungene Aktionen in Abwehr und Angriff beider Teams, entwickelte sich ein immer ansehnlicheres Spiel, in dem sich ein Unentschieden bis zur letzten Minute abzeichnete. Dann nahm das Spiel einen dramatischen Verlauf.
Beim Stand von 35:35 in der 59:07 Minute nahm sich F. Rohrbeck ein Herz und erzielte das 36:35 für Blau-Weiß.
Jetzt war nochmal Spannung angesagt. 34 Sekunden zu spielen. Tegel hat den Ball und sie ergänzen mit einem siebten Feldspieler. Sie werfen alles für das Unentschieden rein und schaffen es, dank einer Isolation von Marcel Münchow durch 2 Sperren, mit einem Unterarmwurf das 36:36 zu werfen (59:40 Minute). Durchatmen. Basti Viehstädt nimmt erstmal ein Timeout und versucht die letzten Instruktionen für die entscheidenden letzten Sekunden an sein Team zu vermitteln.
Wiederanpfiff. 36:36. 16 Sekunden zu spielen. Tegel überrascht und nimmt RM und RR komplett raus. Es wird hektisch. F. Rohrbeck klappt nach einem Einlaufen zusammen. Er hat wohl etwas abbekommen, aber weder Schiedsrichter noch Kampfgericht haben etwas gesehen. Blau-Weiß bewahrt trotz der Aufregung kühlen Kopf und versucht sein Angriffsspiel durchzubringen. Nach zwei Minuten Unterbrechung geht es anschließend mit Freiwurf und 9 Sekunden Restspielzeit weiter. Mit zwei schnellen Pässen schafft es Kirst sich frei an die 6-Meter-Linie für den Siegertreffer zu kombinieren. Im letzten Moment wird er dabei rüde vom Torerfolg abgehalten. Glasklare Angelegenheit: 7 Meter für Blau-Weiß und rote Karte für Tegel.
Alles schaut jetzt auf diesen letzten Wurf. Mit 5/6 getroffenen 7-Metern an diesem Samstagabend, stellt sich Dag ein letztes Mal an die Linie. Die Halle pulsiert. Beide Mannschaften haben einen Puls von 180, doch Dag bleibt ruhig und haut nach Abpfiff den 7-Meter ohne Probleme in die Maschen und sichert die 2 Punkte.

Insgesamt hat sich Blau-Weiß an diesem Spieltag als willensstärkere Mannschaft bewiesen und hat trotz bekannter Schwierigkeiten immer in den Schwung und das eigene Spiel zurückgefunden.
Auf diese Willensstärke und Energie unserer Blau-Weißen Truppe lässt sich in der kommenden Woche aufbauen, wenn der (noch) ungeschlagene Tabellenführer TSV Rudow wartet.

Thieße, Petersen, Münchow, Jobs, Quente (1), Rohrbeck K.-A. (1), Stark, Schewetsky (11), Kirst(2), Rohrbeck F.-E. (7), Dag(7), Kern, Büttner(4), Tellner(4)