Panzer geknackt! Blau-Weiß 90 Tempelhof bezwingt Grünheider SV im Schlüsselspiel mit 33:30
Am 10. Januar 2026 kam es in der Kolonnenfestung zum womöglich wichtigsten Spiel der bisherigen Regionalliga-Saison. Mit dem Grünheider SV gastierte ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf bei Blau-Weiß 90 Tempelhof. Brisant: Grünheide hatte bis zu diesem Zeitpunkt seine einzigen zwei Saisonpunkte ausgerechnet gegen Blau-Weiß geholt. Entsprechend groß war der Druck auf die junge Tempelhofer Mannschaft – eine Niederlage hätte die Ausgangslage im Tabellenkeller massiv verschlechtert. Es war ein echtes Do-or-die-Spiel.Erste Halbzeit: Tempelhof mit Tempo, Fokus und Rückenwind
Die Blau-Weißen legten los wie die Feuerwehr. Nach wenigen Minuten stand es 3:0, getragen von hohem Tempo, einer sehr konzentrierten Abwehrarbeit und ersten starken Paraden von Petersen im Tor. Im Angriff übernahm früh Janik Schewetzky Verantwortung und traf mehrfach aus dem Rückraum.
Grünheide wirkte zunächst nervös, leistete sich einige technische Fehler und Unkonzentriertheiten, die Blau-Weiß konsequent bestrafte. Nach 13 Minuten führten die Tempelhofer verdient mit 10:5, wenig später zwang das 12:7 die Gäste zur ersten Auszeit.Diese zeigte Wirkung: Die Brandenburger stabilisierten ihre Abwehr, kamen besser ins Spiel und verkürzten Schritt für Schritt. Beim Stand von 14:12 (25. Minute) nahm Interimstrainer Witt – Cheftrainer Viehstädt befand sich im Skiurlaub – die Auszeit, um wieder Struktur ins Spiel zu bringen. Blau-Weiß blieb ruhig, verteidigte die knappe Führung und ging mit einem 16:14 in die Pause – begünstigt durch einen erneut vergebenen Siebenmeter von Leupert für Grünheide.Zweite Halbzeit: Wellenbewegung, Nervenstärke und ein Torhüter-Moment
Wie schon im ersten Durchgang erwischte Blau-Weiß einen starken Start. Eine sehr agile Abwehr und einfache Tore aus dem Tempospiel sorgten für eine 22:16-Führung nach 37 Minuten. Grünheide reagierte erneut mit einer Auszeit – und erneut fanden sie Antworten.
Vor allem Kreuziger (am Ende bester Werfer mit 8 Toren) und Frankhänel übernahmen nun Verantwortung, suchten konsequent die Durchbrüche und verkürzten den Rückstand. Nach 43 Minuten betrug der Vorsprung nur noch zwei Tore. Die Partie wurde nun komplett offen, das Momentum wechselte mehrfach.In dieser Phase übernahm Kilian Stollenwerk auf Seiten der Tempelhofer und erzielte extrem wichtige Treffer, während Leo Heim mit energischen Durchbrüchen immer wieder Zeitstrafen und Räume erzwang. Dennoch blieb es eng: Beim 26:25 (50. Minute) sah sich Witt zur nächsten Auszeit gezwungen.
Der spielentscheidende Moment folgte in der 54. Minute: Grünheide hatte die große Chance zum Ausgleich per Siebenmeter durch Boussama – doch Konrad Beck parierte stark. Und nicht nur das: In der darauffolgenden Aktion entschärfte Beck direkt den nächsten Abschluss. Zwei Paraden in Serie – ein echter Neckbreaker.Blau-Weiß schöpfte daraus neues Selbstbewusstsein, spielte die Angriffe nun geduldig zu Ende und verteidigte mit großem Willen. Grünheide fand keine Antwort mehr. Am Ende stand ein umjubelter 33:30-Heimsieg.
Fazit und Ausblick
Ein echter Härtetest, den Blau-Weiß 90 Tempelhof als geschlossene Einheit bestand. Mit nun 8 Punkten auf dem Konto verschaffen sich die Tempelhofer etwas Luft im Tabellenkeller – auch wenn man weiterhin auf Platz 13 rangiert. Ausschlaggebend waren Einsatz, Zusammenhalt, ein Tick mehr Cleverness – und in den entscheidenden Momenten auch das nötige Quäntchen Glück.Für Grünheide hingegen wird die Lage zunehmend brenzlig – sie stehen nun komplett mit dem Rücken zur Wand.
Für Blau-Weiß geht es bereits am kommenden Sonntag im Achtelfinale des Berliner Pokals auswärts beim TuS Hellersdorf weiter, ehe in der Liga das nächste emotionale Highlight wartet: das Derby gegen den BFC Preußen.