Blau-Weiss Handball
einmal immer Blau-Weisser

Altlandsberg nutzt den Fehlstart: Blau-Weiß unterliegt mit 26:36

Erstes Heimspiel, neue Saison, neue Spielidee – und trotzdem kein richtiges Heimspiel: Blau-Weiß 90 Tempelhof musste am zweiten Spieltag der Regionalliga Ostsee-Spree auf die Sporthalle Schöneberg am Sachsendamm ausweichen. In der eigenen Halle hing in der Kolonne ein Basketballkorb zu niedrig, sodass die Partie dort nicht stattfinden konnte.

Zu Gast war mit dem MTV 1860 Altlandsberg ein Aufsteiger aus Brandenburg, der bereits zum Saisonstart für eine Überraschung gesorgt und Empor Rostock II besiegt hatte. Nach der deutlichen Niederlage in Cottbus wollte Blau-Weiß unbedingt die ersten beiden Saisonpunkte einfahren. Am Ende setzte sich Altlandsberg jedoch mit 36:26 durch.

Ausgeglichener Beginn – Blau-Weiß zunächst mit guter Energie

Blau-Weiß startete konzentriert und energisch in die Partie. Nach gerade einmal 31 Sekunden erzielte Kapitän Nils Kern das 1:0. Auch die Abwehr präsentierte sich in der Anfangsphase beweglich und aggressiv. Anders als beim Auftakt in Cottbus fand Tempelhof deutlich besser ins Spiel und konnte die Partie zunächst offen gestalten.

Die Achse aus Janik Schewetzky und Nils Kern funktionierte im Angriff sehr gut. Beide sorgten für Bewegung und fanden immer wieder Lösungen gegen die Altlandsberger Defensive. Nach dem 3:2 durch Robert Bunse und dem 4:3 durch Joel Nitschke blieb das Spiel eng.

Altlandsberg zeigte allerdings früh, warum der Aufsteiger mit einem Erfolgserlebnis in die Saison gestartet war. Vor allem die beiden Außen Ferdinand Grünig und Yannik Scheffel stellten Blau-Weiß immer wieder vor Probleme. Grünig erzielte allein in der ersten Halbzeit mehrere Treffer und war von der Tempelhofer Abwehr nur schwer zu kontrollieren.

Nach knapp 16 Minuten stand es 9:9. Nils Quente traf zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal, während Nils Kern mit seinem vierten Treffer das 11:12 erzielte. Kurz darauf glich  Bela Widczisk zum 12:12 aus.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Partie vollkommen ausgeglichen. Beide Mannschaften spielten mit hohem Tempo, Blau-Weiß wirkte im Angriff flüssiger als noch eine Woche zuvor und auch die Torhüterleistung war zunächst ordentlich.

Altlandsberg zieht vor der Pause davon

Nach dem 12:12 nahm Altlandsberg bei 20:16 die erste Auszeit. Diese zeigte Wirkung. Die Gäste kamen deutlich verbessert zurück und nutzten ihre Chancen nun konsequenter.

Scheffel und Grünig trafen weiter zuverlässig, während Altlandsberg das Spiel schnell über die Außenpositionen machte. Blau-Weiß hielt zunächst noch dagegen: Anton Queitsch erzielte das 13:14, Lukas Kern verwandelte zwei Siebenmeter zum 14:15 und 15:16.

Doch anschließend geriet Tempelhof zunehmend unter Druck. Nach einer Zeitstrafe gegen Nils Kern und weiteren Unterzahlsituationen fehlte der Abwehr die nötige Stabilität. Altlandsberg nutzte die Räume konsequent und zog durch einen Lauf von 15:16 auf 15:20 davon.

Besonders bitter: Blau-Weiß hatte in dieser Phase durchaus gute Angriffsaktionen, scheiterte aber mehrfach am stark aufgelegten Altlandsberger Torhüter. Die Gäste hingegen spielten ihre Angriffe geduldig aus und bestraften Fehler sofort.

Mit dem Treffer von Nils Scheffel zum 15:18 und weiteren Toren von Meye, Fasold und Gorka setzte sich Altlandsberg immer weiter ab. Zur Halbzeit stand es schließlich 15:20 aus Sicht von Blau-Weiß.

Doppelte Unterzahl sorgt für den Fehlstart nach der Pause

Die zweite Halbzeit begann für Tempelhof denkbar schlecht. Durch eine doppelte Unterzahl geriet Blau-Weiß sofort unter Druck. Altlandsberg nutzte die Situation gnadenlos und erhöhte mit schnellen Gegenstößen innerhalb weniger Minuten auf 24:15.

Damit war die Partie praktisch entschieden. Trainer Dennis Niehusen reagierte mit einer Auszeit bei 34:37, doch der Rückstand war zu diesem Zeitpunkt bereits zu groß.

Blau-Weiß kämpfte weiter und kam durch Nils Schilling, Bela Widczisk und Sebastian Schuck zu eigenen Treffern. Besonders Widczisk setzte offensiv immer wieder Akzente und erzielte im zweiten Durchgang mehrere Tore. Auch Schuck war mit insgesamt mehreren Treffern einer der auffälligeren Tempelhofer Angreifer.

Altlandsberg ließ sich davon jedoch nicht mehr aus dem Konzept bringen. Die Gäste standen nun deutlich besser in der Abwehr, machten die Räume eng und zwangen Blau-Weiß immer wieder zu schwierigen Abschlüssen. Gleichzeitig blieb das schnelle Spiel über Grünig und Scheffel eine der größten Waffen der Gäste.

Nach 43 Minuten stand es bereits 20:29. Altlandsberg verwaltete den Vorsprung nun souverän und setzte sich zwischenzeitlich sogar auf 20:33 ab.

In der Schlussphase konnte Blau-Weiß das Ergebnis noch etwas freundlicher gestalten. Nils Kern, Paul Freudenberg, Lukas Kern und Nils Quente sorgten für weitere Treffer. Freudenberg erzielte dabei zwei Tore, Quente traf zum 24:35 und Schuck verkürzte kurz vor Schluss auf 25:35.

Den letzten Tempelhofer Treffer erzielte schließlich Sebastian Schuck zum 26:35. Altlandsberg antwortete noch einmal durch Fabio Pastor und stellte den 26:36-Endstand her.

Fazit: Gute Ansätze, aber zu viele Fehler und ein bitterer Fehlstart

Die Niederlage fällt am Ende deutlich aus. Dabei hatte Blau-Weiß über weite Strecken der ersten Halbzeit gezeigt, dass die Mannschaft mit dem Aufsteiger mithalten kann. Die Abwehr war zu Beginn energisch, die Offensive deutlich flüssiger als in Cottbus und die Zusammenarbeit zwischen Janik Schewetzky und Nils Kern funktionierte gut.

Nach der Auszeit der Gäste kippte die Partie jedoch. Altlandsberg wurde konsequenter, verteidigte besser und nutzte vor allem das schnelle Spiel über die Außenpositionen effektiv. Der Fehlstart in die zweite Halbzeit mit doppelter Unterzahl und mehreren kassierten Kontern war dann der entscheidende Moment.

26:36 – die ersten beiden Saisonpunkte müssen weiter warten.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt allerdings nicht. Am kommenden Sonntag wartet auswärts die nächste extrem schwierige Aufgabe: Blau-Weiß reist zu den Mecklenburger Stieren nach Schwerin. Die Stiere gehören zu den ambitionierten Mannschaften der Liga und verfügen über eine ähnlich beeindruckende Kulisse und professionelle Atmosphäre wie der LHC Cottbus.

Für Blau-Weiß heißt es daher erneut: zusammenrücken, aus den Fehlern lernen und den nächsten Schritt in der Entwicklung unter Dennis Niehusen machen.