Im enorm wichtigen Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten HC Vorpommern-Greifswald ging es für Blau-Weiß 90 Tempelhof darum, den Anschluss im Abstiegskampf zu halten. Die Vorfreude in der Kolonnenfestung war groß – und das Spiel begann mit genau der Intensität, die man sich erhofft hatte: hohes Tempo, viele Tore und ein echter Schlagabtausch.
Am Ende stand jedoch eine bittere 28:33-Niederlage, die vor allem durch die Schlussphase entschieden wurde.Feuriger Start mit hohem Tempo auf beiden Seiten
Die Partie begann mit enormem Tempo auf beiden Seiten. Beide Mannschaften suchten sofort den Abschluss, sodass sich ein offener Schlagabtausch entwickelte.
Bela Widczisk erwischte einen perfekten Start und erzielte früh mehrere Treffer. Dennoch blieb Greifswald immer in Schlagdistanz – insbesondere Steinberg und Werner fanden immer wieder Lösungen.
In der Anfangsphase sorgte zudem eine Szene für Aufsehen: Jung auf Seiten der Gäste sah früh eine Rote Karte, was eigentlich in die Karten der Tempelhofer spielen sollte.
Auffällig war, dass beide Torhüter zunächst kaum Zugriff bekamen. Viele Abschlüsse fanden den Weg ins Tor, lediglich Thieße konnte sich mit einigen starken Paraden – vor allem bei freien Würfen – auszeichnen.
Bis zum 10:10 blieb die Partie völlig ausgeglichen.Blau-Weiß setzt sich ab – Führung zur Pause
Mitte der ersten Halbzeit konnte sich Blau-Weiß erstmals absetzen. Angeführt von einem starken Leo Heim, sowie Treffern von Stollenwerk, Kern und Janik Schewetzky, erspielte man sich eine 15:11-Führung.
Die Abwehr wurde stabiler, und im Angriff nutzte man die Chancen konsequenter. Beide Teams nahmen mehrfach Timeouts, um Struktur ins Spiel zu bringen.
Doch kurz vor der Pause verlor Blau-Weiß etwas den Zugriff. Greifswald nutzte diese Phase konsequent und verkürzte den Rückstand.
Mit einer knappen 17:16-Führung ging es in die Halbzeit.Spiel kippt trotz klarer Führung
Auch nach der Pause blieb Blau-Weiß zunächst am Drücker. Über 23:19 und 26:22 (43. Minute) schien das Spiel unter Kontrolle.
Doch genau in dieser Phase begann das Spiel zu kippen. Die Abwehr der Gäste stellte sich immer besser auf den Tempelhofer Angriff ein, während sich bei Blau-Weiß zunehmend Fehler einschlichen.Abschlussprobleme und starke Greifswalder Abwehr entscheiden das Spiel
Mit zunehmender Spielzeit verlor Blau-Weiß den Rhythmus. Die Abschlüsse wurden unpräziser, klare Chancen blieben ungenutzt. Gleichzeitig stand die Greifswalder Defensive nun deutlich kompakter und zwang die Tempelhofer zu schwierigen Würfen.
Innerhalb weniger Minuten schmolz der Vorsprung dahin. Über 27:25 gelang den Gästen der Ausgleich zum 27:27.
Während Greifswald – angeführt von Steinberg und Eichhorn – konsequent blieb, fehlte Blau-Weiß in der Crunchtime die nötige Klarheit. Auch mehrere Timeouts konnten den Negativlauf nicht stoppen.Keine Lösungen in der Schlussphase
Beim Stand von 28:27 durch einen Siebenmeter von Stollenwerk keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch Greifswald antwortete erneut.
In den letzten Minuten fehlte Blau-Weiß jegliche Struktur im Angriff. Ballverluste und überhastete Abschlüsse prägten das Spiel, während die Gäste ihre Chancen eiskalt nutzten.
Fazit
Eine extrem bittere Niederlage im Abstiegskampf. Blau-Weiß hatte das Spiel beim 26:22 bereits in der Hand, verpasste es jedoch, die Führung konsequent zu verteidigen.
Die frühe Rote Karte gegen Jung hätte eigentlich ein Vorteil sein müssen, konnte aber nicht genutzt werden. Stattdessen brachten Abschlussprobleme, eine immer stärker werdende Greifswalder Abwehr und fehlende Klarheit in der Schlussphase die Tempelhofer aus dem Rhythmus.
Mit dieser Niederlage wird der Klassenerhalt zunehmend schwierig. Umso mehr steht das nächste Spiel im Fokus: Im kommenden Heimspiel wartet das Derby gegen OSF – aktuell die formstärkste Mannschaft der Liga.
Dort gilt: Ein Sieg ist Pflicht, um die letzten Chancen im Abstiegskampf zu wahren.
Am Ende musste sich Blau-Weiß mit 28:33 geschlagen geben.