Nach dem hart erkämpften Punktgewinn in Greifswald stand für die Sp.Vg. Blau-Weiß 1890 am 17. Oktober 2026 das nächste hitzige Berliner Duell auf dem Spielplan. In der Sporthalle der Havelland-Grundschule entwickelte sich gegen die SG NARVA Berlin ein torreicher Schlagabtausch auf extrem hohem Tempo. Trotz einer enormen Offensivausbeute und 37 eigener Treffer musste sich die Mannschaft von Trainer Denis Niehusen am Ende mit 37:40 geschlagen geben.
Frühe Hypothek und Aufholjagd vor der Pause
Die Partie begann rasant und mit offenem Visier auf beiden Seiten. Blau-Weiß hielt in den ersten Minuten voll dagegen, musste jedoch bereits in der 7. Spielminute einen schweren Rückschlag verkraften, als Nils Kern mit einer direkten Disqualifikation vorzeitig die Platte verlassen musste. Die Gäste nutzten die Unruhe clever aus, zogen über Robin Rosenauer und Leonard Nowak auf 6:10 davon und setzten die Tempelhofer Defensive früh unter Druck.
Blau-Weiß fing sich jedoch schnell wieder. Angeführt von Sebastian Schuck und Kilian Stollenwerk kämpften sich die Hausherren heran und stellten in der 23. Minute auf 15:15. Bis kurz vor der Pause blieb die Begegnung völlig offen, ehe NARVA sich durch zwei späte Treffer noch einen leichten Vorteil verschaffte und mit einer 20:17-Gästeführung in die Kabine ging.
Schewetzky dreht auf und bringt die Führung
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Blau-Weißen einen Traumstart. Janik Schewetzky lief in dieser Phase zur absoluten Hochform auf und erzielte innerhalb weniger Minuten fünf Tore fast im Alleingang. In der 40. Minute brachte er Tempelhof mit dem 23:22 erstmals wieder nach vorn. Kurz darauf erhöhte Georg Jobs sogar auf 25:23, und die Halle stand Kopf.
Es entwickelte sich ein packender Schlagabtausch, bei dem keine Defensive mehr Zugriff bekam. Leo Heim setzte mit druckvollen Aktionen Akzente, während auf der Gegenseite vor allem Rosenauer und Nowak vom Siebenmeterstrich kaum zu bremsen waren. Als Torhüter Andreas Thieße in der 50. Minute selbst zum 31:30 traf, schien das Momentum endgültig auf der Seite der Hausherren zu liegen.
Hektische Schlussphase entscheidet das Derby
In der Schlussphase machten sich jedoch personelle Rückschläge und Zeitstrafen bemerkbar. Nach zwei vorangegangenen Strafen sah Georg Jobs in der 57. Minute seine dritte Zeitstrafe und musste ebenfalls mit der Roten Karte vom Feld. NARVA nutzte die Überzahl eiskalt aus, zog durch Timo Nevio Lubitz und Nowak auf 34:39 davon und schuf damit die Vorentscheidung.
Blau-Weiß gab sich keineswegs auf. Leo Heim stemmte sich mit drei blitzsauberen Treffern in Serie noch einmal gegen die Niederlage und brachte sein Team auf 37:39 heran. Doch die verbleibende Spielzeit reichte nicht mehr aus. In der Schlusssekunde markierte NARVA den 37:40-Endstand.
Die Mannschaft zeigte offensiv eine mitreißende Leistung, zahlte am Ende jedoch den Preis für die vielen Gegentore und die personellen Ausfälle in den entscheidenden Phasen. Nun gilt es, die defensive Stabilität wiederzufinden, um im nächsten Saisonspiel wieder zählbares einzufahren.