Blau-Weiss Handball
einmal immer Blau-Weisser

Zwei Punkte aus der Hand gegeben – Blau-Weiß 90 unterliegt Loitz mit 34:36

Blau-Weiß 90 Tempelhof hat im Heimspiel gegen die SG Uni Greifswald/Loitz eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Nach einer starken ersten Halbzeit und einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung musste sich die Mannschaft von Dennis Niehusen am Ende mit 34:36 (20:15) geschlagen geben. Dabei hatte lange vieles nach den ersten Punkten der Saison ausgesehen.

Von Beginn an zeigte Blau-Weiß eine deutlich verbesserte Abwehrleistung. Die Defensive arbeitete beweglich und aggressiv, dahinter erwischte Konrad Beck einen starken Start im Tor. Gleichzeitig entwickelte sich im Angriff eine gute Dynamik. Immer wieder kamen die Blau-Weißen über druckvolle Aktionen zu guten Chancen – allein der Abschluss blieb zunächst das große Manko. Zu viele freie Würfe wurden nicht im Tor untergebracht.

Nach dem zunächst torarmen Beginn nahm die Partie zunehmend Fahrt auf. Leo Heim und Robert Bunse sorgten mit starken Durchbrüchen für wichtige Akzente, während die Gäste vor allem über ihre Außenspieler Teixeira und Wittkopp gefährlich blieben. Die Partie entwickelte sich zu einem echten Wechselbad der Gefühle.

Mitte der ersten Hälfte konnte sich Blau-Weiß erstmals etwas absetzen. Über 12:12 ging es auf 15:13 und schließlich auf 18:15. Kurz vor der Pause sorgten Janik Schewetzky und Lukas Kern dafür, dass die Führung weiter anwuchs. Mit einem 20:15 ging es in die Kabine.

Auch Andi Thieße bekam gegen Ende der ersten Halbzeit seine Einsatzzeit im Tor und setzte dabei wichtige Akzente. Mit mehreren starken Paraden gegen freie Würfe verhinderte er, dass Loitz noch näher herankam. Die Fünf-Tore-Führung zur Pause war damit auch ein Verdienst der Torhüter.

 Loitz dreht das Spiel

Nach dem Seitenwechsel blieb Blau-Weiß zunächst stabil. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein hielt die Mannschaft den Vorsprung und hatte weiterhin alle Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden.

Doch ab der 38. Minute kippte das Spiel zunehmend. Einfache Ballverluste brachten die Gäste immer wieder in schnelle Gegenstöße, während in der eigenen Abwehr nun häufiger Lücken entstanden. Gleichzeitig wurde Wittkopp immer stärker. Der Außenspieler der Gäste fand immer wieder Lösungen und war am Ende mit 17 Treffern der überragende Akteur der Partie.

Loitz arbeitete sich Tor um Tor heran. Aus dem 26:21 wurde innerhalb weniger Minuten ein 28:27, ehe Teixeira mit zwei Treffern in Folge für die 28:29-Führung der Gäste sorgte. Blau-Weiß nahm bei 28:29 die Auszeit und versuchte, den Lauf der Gäste zu stoppen.

Doch das Momentum lag zu diesem Zeitpunkt klar bei Loitz. Blau-Weiß kämpfte weiter und zeigte Moral. Leo Heim und Joël Nitschke hielten die Mannschaft im Spiel, doch die Gäste fanden immer wieder eine Antwort. Mehrere Zeitstrafen gegen Blau-Weiß erschwerten die Aufholjagd zusätzlich.

In der Schlussphase wurde es noch einmal eng. Blau-Weiß gab sich nicht auf und kämpfte bis zur letzten Sekunde. Doch Loitz spielte die entscheidenden Situationen abgeklärter aus und brachte den Vorsprung über die Zeit. Nach 60 intensiven Minuten stand eine bittere 34:36-Niederlage auf der Anzeigetafel.

 Zwei Punkte, die möglich gewesen wären

Die Enttäuschung über das Ergebnis ist groß, denn Blau-Weiß hatte sich mit einer starken ersten Halbzeit eine hervorragende Ausgangslage geschaffen. 20:15 zur Pause und auch nach dem Seitenwechsel lange mit fünf Toren vorne – die ersten beiden Punkte der Saison waren greifbar.

Am Ende waren es vor allem die einfachen Ballverluste, die fehlende Konsequenz in einigen Abschlüssen und die nachlassende Stabilität in der Defensive, die Loitz zurück ins Spiel brachten. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft über weite Strecken, dass die neue Spielidee von Dennis Niehusen immer besser greift. Die Dynamik im Angriff, die Beweglichkeit in der Abwehr und die Moral über 60 Minuten sind klare positive Ansätze.

Jetzt heißt es, die Lehren aus dieser bitteren Niederlage zu ziehen. Nach einer Woche Pause geht es für Blau-Weiß zum nächsten Auswärtsspiel nach Greifswald. Dort soll die Mannschaft den nächsten Schritt machen – und endlich die ersten Punkte einfahren.