Nach dem Unentschieden im Hinspiel und der harten Niederlage in Lübbenau wollte die
Mannschaft von Trainer Sebastian Viehstädt am 21. Februar in der Stadt-Sporthalle eine
Reaktion im Abstiegskampf zeigen. Doch statt der erhofften Punkte im Duell gegen den
Ludwigsfelder HC erlebten die Tempelhofer einen Abend zum Vergessen, an dem man
bereits im ersten Durchgang den Anschluss verlor.
Früher Rückstand und LHC-Dominanz
Die Partie begann für Blau-Weiß mit einem klassischen Fehlstart. Während die
Hausherren sofort das Tempo vorgaben und durch Treffer von Felix Teller und Collin
Schmidt schnell mit 2:0 in Führung gingen, schwächte sich Tempelhof bereits in der 4.
Spielminute durch eine Zeitstrafe gegen Otto-Heinrich Rohrbeck selbst. Ludwigsfelde
nutzte die Räume konsequent und zog bis zur 7. Minute auf 5:1 davon.
Bereits in der 9. Spielminute sah sich Viehstädt zur ersten Auszeit gezwungen, um den
LHC-Express zu bremsen. Zwar konnten Leo Heim und Nils Kern in der Folge vereinzelte
Akzente setzen, doch die Defensive fand kein dauerhaftes Mittel gegen die druckvolle
Offensive der Brandenburger. Der LHC baute die Führung kontinuierlich aus, sodass es
mit einem ernüchternden 9:17-Rückstand in die Kabinen ging.
Fehlende Konsequenz und personeller Rückschlag
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Zwar keimte kurzzeitig
Hoffnung auf, als Andreas Thieße und Kilian Stollenwerk die ersten Treffer für Blau-Weiß
in der zweiten Halbzeit erzielten, doch Ludwigsfelde blieb abgeklärt. Während der LHC
durch den treffsicheren Benjamin Horn den Vorsprung weiter ausbaute, leistete sich
Tempelhof erneut zu viele Fehler im Spielaufbau und in der Chancenverwertung. Eine
weitere Zeitstrafe gegen Nils Kern in der 43. Minute erschwerte die Bemühungen der
Gäste zusätzlich.
In der hitzigen Schlussphase kochten die Emotionen endgültig über. Zunächst sah
Trainer Sebastian Viehstädt in der 56. Spielminute die Gelbe Karte wegen Reklamierens.
Nur Sekunden später folgte der personelle Tiefschlag für Blau-Weiß: Leo Heim wurde
nach einer Aktion mit einer direkten Disqualifikation vorzeitig zum Duschen geschickt. In
der verbleibenden Spielzeit hatte die dezimierte Tempelhofer Mannschaft gegen die
souverän aufspielenden Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen. Der LHC nutzte die
Überzahl und die schwindende Gegenwehr, um das Ergebnis bis zum Endstand von
33:20 in die Höhe zu schrauben.
Fazit: Ein gebrauchter Tag für Blau-Weiß 90. Während man offensiv zu selten Lösungen
gegen die LHC-Abwehr fand, offenbarte die eigene Defensive zu viele Lücken. Mit nun
8:26 Punkten wird die Situation im Tabellenkeller immer kritischer, und das Team muss
nun schnellstmöglich die nötige Stabilität zurückgewinnen