Blau-Weiss Handball
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Bitterer Rückschlag in Ribnitz – Blau-Weiß bricht nach der Pause ein

Am Samstagabend um 18 Uhr gastierte Blau-Weiß 90 Tempelhof beim Ribnitzer HV. Der Aufsteiger aus Mecklenburg-Vorpommern hatte sich bislang mit stabilen Ergebnissen präsentiert und stellte die Tempelhofer vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Nach zuletzt ansteigender Formkurve hatte sich Blau-Weiß durchaus etwas ausgerechnet. Doch auf eine vielversprechende erste Halbzeit folgte ein enttäuschender zweiter Durchgang, an dessen Ende eine deutliche 22:33-Niederlage stand.

Gute Abwehrarbeit und ein offener Schlagabtausch

Die Partie begann ausgeglichen und mit hohem Tempo. Beide Mannschaften suchten früh den Weg nach vorne, trafen dabei aber auf gut organisierte und aggressive Abwehrreihen. Im Tor konnte Konrad Beck mit einigen Paraden wichtige Akzente setzen. Dennoch lag Ribnitz meist knapp in Führung und hatte bei Abprallern und einzelnen unglücklichen Situationen zunächst das bessere Händchen.

Nach dem 2:0-Fehlstart fand Blau-Weiß schnell ins Spiel zurück. Nils Quente, Bela Widczisk und Leo Heim hielten den Anschluss, während Sebastian Schuck mit mehreren Treffern Verantwortung im Angriff übernahm. Auch die Gastgeber fanden immer wieder Lösungen, insbesondere über Fabian Haasmann, der die Tempelhofer Defensive mit seinen Durchbrüchen vor Herausforderungen stellte.

Nach 19 Minuten nahm Ribnitz beim Stand von 8:7 die erste Auszeit. Blau-Weiß blieb jedoch dran und ließ sich auch von den wechselnden Führungen nicht abschütteln. Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Tempelhofern, selbst Akzente zu setzen. Nils Kern und Janik Schewetzky trugen dazu bei, dass die Gäste das Spiel drehten. In der 27. Minute traf Kern zum 12:13 – Blau-Weiß lag erstmals vorne.

Doch die Führung hielt nicht lange. Einige Unkonzentriertheiten in der Schlussphase der ersten Halbzeit bestrafte Ribnitz konsequent. Die Gastgeber nutzten ihre Chancen und legten noch zwei Treffer nach. So ging es für Blau-Weiß trotz einer insgesamt guten Leistung mit einem 13:15-Rückstand in die Kabine. Die Ausgangslage blieb ordentlich, und die erste Hälfte hatte gezeigt, dass die Tempelhofer durchaus mithalten konnten.

### Ein zweiter Durchgang zum Vergessen

Was nach der Pause folgte, hatte sich Blau-Weiß ganz anders vorgestellt. Im Angriff fehlten plötzlich die Ideen und die Durchschlagskraft. Die gut eingestellte Ribnitzer Abwehr machte die Räume eng und nahm den Tempelhofern zunehmend ihre gewohnten Lösungen. Gleichzeitig schalteten die Gastgeber schnell um und erhöhten mit ihrem Tempospiel den Druck.

Blau-Weiß fand kaum noch Mittel, um sich klare Chancen zu erarbeiten. In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit gelang lediglich ein Treffer durch Kilian Stollenwerk. Ribnitz nutzte diese Phase gnadenlos aus und setzte sich Tor um Tor ab. Aus dem knappen Zwei-Tore-Rückstand wurde schnell eine deutliche Hypothek.

Auch das Wurfpech kam hinzu: Mehrere Abschlüsse landeten am Aluminium, statt im Netz. Während Ribnitz weiter konsequent abschloss, fehlte den Tempelhofern im Angriff zunehmend die Sicherheit. Spätestens beim 14:21 nach gut 41 Minuten war die Partie auf dem Weg, den Gastgebern endgültig aus den Händen zu gleiten – vielmehr hatten diese sie nun fest im Griff.

Auch eine Auszeit von Dennis Niehusen konnte den Lauf der Ribnitzer nicht mehr entscheidend stoppen. Zwar gelangen Blau-Weiß im weiteren Verlauf noch einzelne Treffer, unter anderem durch Nils Quente, Janik Schewetzky und Kilian Stollenwerk. Doch die Gastgeber hielten das Tempo hoch und ließen keinen Zweifel mehr am Ausgang der Begegnung. In der Schlussphase wuchs der Rückstand weiter an, ehe Ribnitz mit dem 33:22 den Endstand herstellte.

### Jetzt zählt das nächste Spiel

Die Enttäuschung über diese Niederlage ist groß. Nach den zuletzt gezeigten Fortschritten hatte sich Blau-Weiß in Ribnitz mehr ausgerechnet. Vor allem die erste Halbzeit machte Mut: Die Mannschaft verteidigte aggressiv, hielt das Tempo mit und konnte zwischenzeitlich sogar die Führung übernehmen.

Umso schwerer wiegt der Einbruch nach dem Seitenwechsel. Nur sieben Tore in der gesamten zweiten Hälfte waren zu wenig, um gegen einen konsequent auftretenden Gegner bestehen zu können. Ribnitz stellte die Abwehr hervorragend ein und nutzte die Tempelhofer Schwächephase eiskalt aus.

Dennoch gilt es, den Blick nach vorne zu richten. Am kommenden Samstag, an Halloween, wartet mit dem HC Empor Rostock II die nächste wichtige Aufgabe. In dieser Partie müssen Punkte her – und Blau-Weiß hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass es gegen diesen Gegner bestehen kann. Dafür braucht es über 60 Minuten die Konzentration, den Kampfgeist und die offensive Durchschlagskraft, die in Ribnitz zumindest in der ersten Halbzeit zu sehen waren.