Blau-Weiss Handball
einmal immer Blau-Weisser

Halloween-Drama in der Havellandhalle: Blau-Weiß 90 verliert Torfestival gegen Rostock II mit 39:40

Nach der ernüchternden Auswärtsniederlage beim Ribnitzer HV wollte die Sp.Vg. Blau-Weiß 1890 am Halloween-Abend vor heimischer Kulisse die passende Antwort geben. In der Sporthalle der Havelland-Grundschule entwickelte sich gegen den HC Empor Rostock II von der ersten Minute an ein völlig entfesseltes Offensivspiel. Trotz einer Sechs-Tore-Führung im zweiten Durchgang standen die Tempelhofer am Ende mit leeren Händen da und mussten sich in einer dramatischen Schlussphase mit 39:40 geschlagen geben.

Offener Schlagabtausch vor der Pause

Die Partie begann mit einem Dämpfer für die Hausherren, denn Rostock erwischte den besseren Start und lag nach knapp drei Minuten mit 0:3 in Front. Blau-Weiß ließ sich von dem Rückstand jedoch nicht beirren und fand schnell den passenden Rhythmus. Bela Widczisk und Nils Quente verkürzten den Abstand, ehe Leo Heim aufdrehte. Der Rückraumakteur traf in dieser Phase mehrfach zum Gleichstand und hielt die Partie völlig offen. Angeführt von Sebastian Schuck und Janik Schewetzky übernahm Tempelhof kurz vor dem Pausenpfiff das Kommando. Mit der Schlusssirene der ersten Hälfte verwandelte Kilian Stollenwerk einen Siebenmeter zum 19:17-Halbzeitstand.

Kurioser Lauf und Torhüter-Tore nach dem Wechsel

Auch nach dem Seitenwechsel schenkten sich beide Teams keinen Zentimeter. Bis zum 23:23 in der 39. Minute blieb die Begegnung ausgeglichen, ehe Blau-Weiß die stärkste Phase des Spiels erwischte. Weil Rostock im Angriff mit dem siebten Feldspieler agierte, nutzten die Berliner die Ballgewinne konsequent aus. Torhüter Konrad Beck traf innerhalb von zwei Minuten dreimal über das gesamte Feld in das verwaiste Gästetor. 

Gemeinsam mit den Treffern von Sebastian Schuck zog Blau-Weiß auf 29:24 davon. Als Leo Heim in der 48. Minute auf 34:28 stellte, schien die Vorentscheidung gefallen zu sein.

Nervenkrimi und bitterer Knockout

Rostock gab sich jedoch keineswegs geschlagen. Die Gäste forcierten ihr Tempospiel und fanden angeführt von Tom Bialek, der insgesamt 13 Tore erzielte, sowie Sean Nave immer wieder den Weg durch die Berliner Abwehr. Bei Blau-Weiß häuften sich die Fehler im Spielaufbau, zudem schwächten Zeitstrafen das Team in entscheidenden Situationen. Tor um Tor schmolz der Vorsprung dahin. In der 57. Minute glich Rostock zum 37:37 aus und ging kurz darauf sogar mit 37:38 in Führung.

Die letzten zwei Minuten wurden zum absoluten Krimi. 

Nils Kern glich zum 38:38 aus, doch Rostock legte postwendend wieder vor. Genau 55 Sekunden vor dem Ende erzielte Leo Heim mit seinem achten Treffer des Abends das 39:39. Rostock behielt jedoch die Nerven: Sean Nave markierte 17 Sekunden vor der Schlusssirene das 39:40. Der letzte Tempelhofer Versuch brachte keinen Ertrag mehr, sodass beide Punkte an die Gäste gingen.

Trotz 39 erzielter Tore und einer zwischenzeitlich komfortablen Führung stand am Ende eine bittere Enttäuschung. Vor allem die fehlende defensive Stabilität in der Schlussviertelstunde verhinderte den erhofften Heimsieg gegen den HC Empor Rostock II. 

Für das Team von Trainer Denis Niehusen gilt es nun, diese bittere Pille zu verdauen und die Lehren für die kommenden Aufgaben im Abstiegskampf zu ziehen.